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Rotlichtverstoß in Landshut

Eine Sekunde entscheidet: Bei bis zu einer Sekunde Rotzeit bleibt es bei 90 Euro und einem Punkt, darüber drohen 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Genau um diese Sekunde wird gestritten – und Rotlichtmessungen sind fehleranfällig.

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Der Streit um die eine Sekunde Rotzeit, Gelbphase, Haltelinie
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Was ein Rotlichtverstoß kostet

Maßgeblich ist, wie lange die Ampel bereits rot war, als Sie die Haltelinie überfahren haben. Ab mehr als einer Sekunde spricht man vom qualifizierten Rotlichtverstoß.

VorwurfBußgeldPunkteFahrverbot
Rotes Lichtzeichen nicht befolgt (bis 1 Sekunde)90 €1
… mit Gefährdung200 €21 Monat
… mit Sachbeschädigung240 €21 Monat
Qualifizierter Rotlichtverstoß (Rotphase länger als 1 Sekunde)200 €21 Monat
… mit Gefährdung320 €21 Monat
… mit Sachbeschädigung360 €21 Monat
Rechtsabbiegen mit Grünpfeil ohne Anhalten70 €1
Rechtsabbiegen mit Grünpfeil, Fahrzeugverkehr gefährdet100 €1
Rechtsabbiegen mit Grünpfeil, Fußgänger gefährdet150 €1

Bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß mit Gefährdung kommt zusätzlich eine Strafverfolgung nach § 315c StGB in Betracht – mit Geld- oder Freiheitsstrafe und Entziehung der Fahrerlaubnis. In der Probezeit ist der Rotlichtverstoß ein A-Verstoß.

Fahrverbot heißt nicht: hinnehmen

Der qualifizierte Rotlichtverstoß zieht ein Regelfahrverbot nach sich – aber die Betonung liegt auf Regel. Bei einem Augenblicksversagen oder drohender beruflicher Existenzgefährdung läßt sich das Fahrverbot abwenden, oft gegen eine erhöhte Geldbuße. Die Einspruchsfrist beträgt zwei Wochen ab Zustellung (§ 67 OWiG).

Wo Rotlichtmessungen angreifbar sind

Ob Induktionsschleife, Kamera oder Polizeibeobachtung: Jede Feststellungsart hat ihre typischen Schwächen. Nach Akteneinsicht prüfen wir sie durch.

Gelbphase zu kurz bemessen

Die Dauer der Gelbphase richtet sich nach der zulässigen Geschwindigkeit – bei Tempo 50 sind es drei Sekunden. War sie kürzer, konnten Sie nicht rechtzeitig anhalten; der Vorwurf bricht zusammen.

Rotzeit nicht korrekt dokumentiert

Bei der Ein-Sekunden-Grenze zählt jede Zehntelsekunde. Wann startete die Messung, wo lag die Haltelinie, welcher Toleranzabzug wurde vorgenommen? Ohne saubere Dokumentation bleibt allenfalls der einfache Verstoß.

Messschleifen fehlerhaft ausgelöst

Induktionsschleifen liegen hinter der Haltelinie. Wer vor der Linie hielt und dann langsam vorrollte, löst sie ebenfalls aus – das ist kein qualifizierter Verstoß.

Augenblicksversagen

Wer die Ampel schlicht übersehen hat, etwa bei ungewohnter Streckenführung oder verdeckter Sicht, dem fehlt die grobe Pflichtwidrigkeit. Dann kann das Fahrverbot entfallen.

Mitzieheffekt und Sichtverhältnisse

Anfahrende Nachbarfahrzeuge, tiefstehende Sonne, Blendung oder eine verdeckte Ampel sind anerkannte Argumente gegen den Fahrverbotsvorwurf.

Berufliche Härte

Wo der Verstoß bleibt, kämpfen wir um das Fahrverbot: Umwandlung in eine erhöhte Geldbuße, wenn der Führerschein beruflich unentbehrlich ist.

Rotlichtverstöße in Landshut: Keine Ampelblitzer, aber Polizeiaugen

So dicht das kommunale Messstellennetz ist – auf Rotlicht erstreckt es sich nicht, denn Rotlichtüberwachung kann in Bayern nicht auf Städte übertragen werden. In Landshut ist auch keine stationäre Rotlichtanlage amtlich dokumentiert. Verfolgt werden Rotlichtverstöße von der Polizei, typischerweise durch gezielte Beobachtung an den ampelgeregelten Knoten der B 15- und B 299-Achsen und der Innenstadtringe; den Bescheid erlässt die Zentrale Bußgeldstelle in Viechtach.

Bei einer Rotzeit über einer Sekunde steht das Regelfahrverbot im Raum – festgestellt wird diese Sekunde aber meist ohne Messtechnik. Wir rekonstruieren daher aus der Akte, von wo aus die Beamten Ampelphase und Haltlinie beobachtet haben, wie die Rotzeit ermittelt wurde und ob die Gelbphase korrekt geschaltet war; scheitert der Nachweis der Sekunde, entfällt regelmäßig das Fahrverbot.

Rechtslage: § 88 Abs. 3 ZustV (Bayern); Ahndung polizeilicher Feststellungen über die Zentrale Bußgeldstelle Viechtach; keine Rotlichtanlage in Landshut amtlich dokumentiert. Stand Juli 2026, ohne Gewähr.

So gehen wir gegen den Rotlichtvorwurf vor

1

Einspruch einlegen

Fristwahrend innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids.

2

Messunterlagen prüfen

Wir fordern Messprotokoll, Eichschein, Rotzeitmessung und Ampelphasenplan an – Unterlagen, die im Bescheid nie stehen.

3

Ergebnis

Einstellung, Herabstufung auf den einfachen Verstoß oder Wegfall des Fahrverbots – notfalls vor dem Amtsgericht Landshut.

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Häufige Fragen zum Rotlichtverstoß

Was ist ein qualifizierter Rotlichtverstoß?

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß liegt vor, wenn die Ampel beim Überfahren der Haltelinie bereits länger als eine Sekunde Rot zeigte. Die Folge: 200 Euro, 2 Punkte und ein Monat Fahrverbot. Bis zu einer Sekunde bleibt es beim einfachen Verstoß mit 90 Euro und einem Punkt, ohne Fahrverbot. Der Unterschied ist erheblich, weshalb sich die Prüfung der Rotzeitmessung fast immer lohnt.

Wie wird die Rotzeit gemessen?

Meist über zwei Induktionsschleifen im Asphalt hinter der Haltelinie, die Überfahrtszeitpunkt und Geschwindigkeit erfassen und zwei Fotos auslösen. Daneben gibt es Kamerasysteme und die Beobachtung durch Polizeibeamte mit Stoppuhr – letztere ist besonders angreifbar. Von der gemessenen Rotzeit ist ein Toleranzabzug vorzunehmen.

Ich bin bei Gelb losgefahren und stand dann im Kreuzungsbereich – ist das ein Rotlichtverstoß?

Nein. Maßgeblich ist der Zeitpunkt, zu dem Sie die Haltelinie überfahren. Wer bei Gelb die Linie passiert und erst danach in den Kreuzungsbereich einfährt, begeht keinen Rotlichtverstoß – auch wenn die Ampel während der Durchfahrt auf Rot springt. Diese Konstellation wird von Induktionsschleifen aber häufig falsch erfaßt.

Kann ich das Fahrverbot abwenden?

Häufig ja. Das Regelfahrverbot ist kein Automatismus: Es kann entfallen, wenn ein Augenblicksversagen vorliegt oder das Fahrverbot Sie beruflich unverhältnismäßig hart träfe. In diesen Fällen kommt eine Umwandlung in eine erhöhte Geldbuße in Betracht. Das muß allerdings begründet und belegt vorgetragen werden.

Kann mich in Landshut ein Ampelblitzer erfasst haben?

Eine stationäre Rotlichtanlage ist für Landshut amtlich nicht dokumentiert; die Kooperation mit Regensburg betrifft nur die Geschwindigkeit. Rotlichtvorwürfe beruhen daher in aller Regel auf Polizeibeobachtung – deren Belastbarkeit, insbesondere bei der Ein-Sekunden-Grenze, prüfen wir als Erstes.

Verkehrsrecht in Landshut

Geht es um einen anderen Vorwurf, oder wollen Sie wissen, welches Gericht und welche Bußgeldstelle für Sie zuständig sind? Die Übersicht für Landshut führt alle Vorwürfe und die Beteiligten Ihres Verfahrens auf.

Mit welchem Gerät wurden Sie gemessen?

Jedes Messgerät hat eigene Schwachstellen – vom Aufbau über die Eichung bis zu den Rohmessdaten. In unserem Ratgeber erklären wir Gerät für Gerät, wo Messungen angreifbar sind:

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